Wie ich zum grünen Tee fand

Wie ich zum grünen Tee fand

Josef ist schuld. Welcher Josef? - er weiß es schon selber.

Er stand da am Ehamplatz, wo Matthias im realen Leben auch seinen Tee anbietet (nicht nur online ist er zu treffen!) und rief - Harald, rief er, schau Dir das an, diese Sprüche. Diese Sprüche, von Matthias. Ich kannte Matthias nicht, aber wenn Josef, mit Bassstimme (BAAASSSSS-Stimme!) ruft, dann hört man ihn, und was Neues sehen ist nie verkehrt.

tea4nerds steht da. Bin ich ein Nerd? Software-Ingenieur, Musiker, Eisenbahnfreak, und ein wenig - bis dorthin - auch Tee-Genießer, immer schon. Ich habe mir aber, in diese modernen Zeiten hineingewachsen, nie die Zeit genommen für den Tee. Es gab ihn ja immer billig und schnell, im Teebeutel. Nur in diversen Kneipen, Restaurants, Kaffeehäusern - dort hab ich mir eigentlich immer eine "Portion" oder "Kanne" gegönnt, mit nur einer Tasse war's mir zu wenig.

Jetzt stand ich da, diskutierend über den aktuellen unerfreulichen Zustand der Welt, und da standen auch die Tees - hat Josefs "pressure marketing" mich dazu gebracht, mir einen zu nehmen, oder doch ich selber? wie auch immer - welchen nehm ich? Grüner Tee! - das war immer mein "Sorglos-Getränk". Zu Hause hatte ich, wieso eigentlich?, nie einen. Und ich hatte keine Ahnung, wie man ihn richtig macht - aber das hat Matthias spielend korrigiert, durch effiziente und klare Anweisungen.

Zu Hause: Homeoffice, jeden Tag, ich leb damit ganz gut. Tee passt dazu, nur muss ich beim schwarzen zu oft unterbrechen, wenn ich ihn so nebenher vor mich hin trinke, deshalb war Tee eigentlich nicht eingeplant, auf dem zu kleinen Hilfsschreibtisch im Schlafzimmer. Aber jetzt, jetzt hab ich ja einen meinen Tee, und ich weiß, wie man ihn macht - ok, nicht ganz: Erstens, Kanne. Nicht mit so einem Tee-Ei, das den Tee zusammenpresst, so dass gar kein Aroma raus kann (sagt Matthias, und ist eigentlich auch sonnenklar) - gottseidank haben wir eine tönerne Kanne, mit einem großen Ton-Einsatz - da passt einiges rein an Teeblättern; nur: Wie viel nimmt man davon eigentlich, auf wieviel Wasser?

Jedoch: Anleitung steht drauf auf Matthias' Verpackung (zuerst muss ich aber den Nerd-kompatiblen Text noch einmal lesen. Der ist fast so lang wie mein Text hier!). Dann aber: 12-15g/l. In die Kanne geht vielleicht ein Dreiviertelliter - also sind 10 Gramm Tee nicht verkehrt. Weiß jemand, wieviel 10 Gramm Tee sind? Ein Löffel? - groß, klein, mittel? Das, was zwischen drei Finger geht? oder vier? Ich hatte keine Ahnung. Also hab ich, zum ersten Mal in meinem Leben, Tee abgewogen! - Küchenwaage, Tara für den Ton-Einsatz, und dann mutig reingeworfen. Tee, muss man sagen, ist leicht. Der Einsatz ist fast voll geworden.

Daneben das Wasser auf 80° erhitzt (kann unser Wasserkocher - dieses Nerd-Feature zahlt sich plötzlich richtig aus) - Wasser reinlaufen lassen: Allein wie die Blätter dunkel werden, und dann dicker - ein kleiner Film für sich. Die 3 Minuten auf der Uhr mit Spannung abgewartet, und Einsatz rausgehoben.

Noch ein wenig warten: In der Kanne sind es keine 80° mehr, aber man kann sich schon die Zunge verbrennen - der Tod jedes Geschmackssinns -, eine größere Lieblingstasse befüllt und vorsichtig zu trinken begonnen. Eigentlich nur ein Tee - aber das ist was zum Genießen!

Ich denke, ich habe mir meine Zeremonie hart, aber fair erarbeitet. Wobei, naja, so hart war's denn doch nicht.

M.a.W.: Mit Erstaunen hab ich festgestellt, dass ich dieses ab heute in mein Homeoffice integriere - allein heute schon zweimal, und dann noch einmal mit meiner Frau des Abends ... so ändert man sich und lernt dazu, auch auf die alten, weißhaarigen Täg'. Besten Dank daher an Matthias und, um ihn noch einmal zu erwähnen, Josef. Den Josef.

Anmerkung: Dieser Beitrag stammt aus der Feder meines geschätzten Freundes Harald, den ich erst seit kurzem kenne und der über unseren gemeinsamen Freund Josef zu mir und zum Grüntee kam.